Digitales 2018: Trends und Tendenzen


Digitales 2018: Trends und Tendenzen

 2018 wird das Jahr, in dem Technologie uns zuhört, die Informationen global gesammelt verarbeitet und das Ergebnis in unsere Wahrnehmung der Realität integriert. Große Themen, phantastische Möglichkeiten – und das Best-Practice-Beispiel bisher ist eine App zum Platzieren von IKEA-Möbeln. Da geht definitiv noch was. 

 

Durch das Schlagwort „Digitalisierung“ ist Technologie und Elektronik in noch mehr Lebensbereichen angekommen, als in den Jahren zuvor. In Branchen, die bis jetzt sehr wenig mit Elektronik zu tun hatten, explodiert die Verwendung förmlich und 2017 hat das Thema „Digitalisierung“ zusammen mit einem Boom der „künstlichen Intelligenz“ (gerade durch „neuronale Netze“ in jeder Form) für einen Wandel in sehr vielen Bereichen gesorgt.


Wir werfen einen Blick auf Trends für große Unternehmen und dann wesentlich intensiver auf die Veränderungen, die das heimische Wohnzimmer und den Weg zur Arbeit verändern könnten – und auch die Medizin.


 

Technologietrends für Unternehmen

 

2018 stehen Themen an, die in vielen Bereichen 2017 quasi logisch fortsetzen:

•  Mehr und andere Cloudnutzung durch Unternehmen und für Anwender
•  KI, Deep Learning und Neuronale Netze bleiben entscheidende Schlagworte 

Zu diesen ersten beiden Themen gibt es viel zu sagen – das aber vor allem für große Unternehmen relevant wird. Die Cloud ist bei Privatanwendern angekommen und immer mehr Firmen werden im nächsten Jahr ihre Daten und Anwendungen durch Clouddienste verteilen und neu teilen können.

 

Künstliche Intelligenz ist im letzten Jahr zu einem Thema geworden, das enorm explodiert ist – und sich gleichzeitig nicht viel bewegt hat. Wer im Bereich der Computational Intelligence schon seit einigen Jahren die Augen aufhält, weiß, dass „neuronale Netze“ und „Deep Learning“ keineswegs neue Themen, sondern schlicht Trend-Schlagworte sind. Entsprechend klaffen die Verkündungen der Evangelisten des digitalen Zeitalters und die tatsächlichen Erfolge auch oft noch weit auseinander. Spannend ist hier, ob durch andere Forschungsinvestitionen Durchbrüche erzielt werden, die auch beim Endnutzer ankommen.


 

Technologietrends für Elektronikanwender und Technikexperten

 

Für Anwender außerhalb des reinen Unternehmenskontexts werden drei Themengebiete bedeutend mehr Einschlag haben:

• Virtual und Augmented Reality in immer mehr Bereichen
• 5G für mehr Vernetzung
• Mehr Sprachsteuerung und das Aufblühen des IoT

Das bedeutet natürlich nicht, dass diese drei Bereiche im unternehmerischen Kontext unwichtig wären, aber wir wollen uns hier auf die Auswirkungen auf Technologie für Privatanwender konzentrieren.


Augmented Reality ist beispielsweise ein Riesenthema für die Logistikbranche – aber wie oft müssen Sie in Ihrem Alltag 300 Pakete identifizieren und richtig markieren?



Thema: Augmented Reality und Virtual Reality für unsere Alltags-Realität

 

Um die Begriffe nicht durcheinander zu werfen: Virtual Reality beschreibt eine vollständig simulierte Umgebung, in der man sich beispielsweise mit Hilfe von Brillen und Steuerungen bewegen kann. Große Erfolge gab es dafür mit Computerspielen, die Nutzer im letzten Jahr teilweise komplett verängstigt haben. Augmented Reality ist die durch virtuelle Elemente angereicherte Realität in einer sonst „normalen“ Umgebung. Ein spektakulär gescheitertes Beispiel dafür waren Google Glass – ein Riesenerfolg und Trend im letzten Jahr dagegen Pokémon Go.


Beide Bereiche lassen sich immer weniger voneinander abgrenzen, weil sie eher Punkte auf einer Skala beschreiben: Virtual Reality wird durch die digitale Illusion für weitere Sinne (Haptisch, olfaktorisch und auditiv) ein immer „extremerer“ Begriff, während die Erweiterung der Realität durch die gleichen Kanäle auch im Großen und Kleinen möglich wird.


Konkret nutzbar wird AR für uns beispielsweise durch das Vorab-Testen von Möbeln: IKEA ermöglicht mit einer App, den geplanten Schrank schon mal in 3D im Schlafzimmer zu platzieren. Wenn sich die Technologie 2018 durch große Händler weiter durchsetzt, kann das auch mehr praktische Alltagsapps bedeuten: eingelesene Daten zu Strom- und Wasserleitungen aus modernen Grundrissen helfen beim Handwerken, indem die No-Go-Bereiche fürs Bohren markiert werden. Der direkte Vergleich von „Soll“ und „Ist“ hilft beim Kochen und beurteilen von Lebensmittelqualität. Und auch weit weg von der „zivilisierten Welt“ hilft AR beim Identifizieren von Pflanzen und Tieren im Wald und am Berg.



Thema: Vernetzte Welt durch 5G (und bessere Akkus)


Eine wichtige Entwicklung für 2018 werden immer bessere Netze und damit die digitale Kommunikation zwischen Geräten, die sich schnell und sicher abstimmen müssen. Auch wenn 2018 sicher noch nicht das Jahr sein wird, in dem unsere Straßen hauptsächlich von computergesteuerten Fahrzeugen befahren werden, werden wir diesem Punkt näher kommen.


VR und AR bedeuten kombiniert mit der besseren Vernetzung durch 5G für Anwender vor allem aber auch bessere Technologien auf dem Markt. Smartphones müssen durch noch stärkere Akkus mit den neuen Anforderungen klar kommen – und überleben damit bei konventioneller Nutzung wesentlich länger. Beschleunigte Verbindungen machen Deutschlands lächerliche Alleinstellung auf dem europäischen Vertragsmarkt dann vielleicht auch deutschen Anbietern bewusster.


 

Thema: Das Internet of Things blüht endlich auf – auch durch Sprachsteuerung


Das IoT ist schon fast ein alter Hut und ein Thema, das so lange schon Thema ist, dass sich ganze Unternehmen diesem Komplex gewidmet haben. Es gibt Experten, die tatsächlich jahrelange Erfahrung vorweisen können und nicht Informationen zu einem neuen Komplex aus dem Boden stampfen müssen.


Wie bei vielen Technologien (siehe VR, AR und neuronale Netze) startete der Erfolg mit einem Hype, der lauter war als die tatsächlichen Entwicklungen zur damaligen Zeit. Das „Smart Home“ war eine nette Idee, aber luxuriös teuer und unrealistisch fern. Langsam kommt das IoT aber realistischer bei uns an. Einen großen Beitrag dazu leistet die Sprachsteuerung. Durch sie wird die Verknüpfung der Geräte tatsächlich interessant. Besonders spürbar ist das schon bei Lautsprechern: Die lauschen auf Befehle und verstehen Musikwünsche. Das spart die Nutzung einer App. Die Kombination aus „Funksteckdose“ (mit Sprachsteuerung) und ganz normalen Geräten erweitert 2018 sicher in vielen Haushalten die Bedeutung des Internet of Things.


 

Ein kritisches Auge auf Fortschritt


Interessant bleibt bei allen Entwicklungen die Sonderposition von Deutschland: Hier ist die Skepsis vor Geräten, die den Haushalt rund um die Uhr abhören, immer noch groß. Groß genug, dass namhafte Hersteller ihre Produkte in zwei Varianten ausliefern: Mit und ohne Sprachsteuerung.


Technologien, die bisher freiwillig ins Haus getragen wurden, werden durch all diese Trends gleichzeitig allgegenwärtiger. Beispielsweise auch im Bereich Medizin, denn mit einigen Jahren Verzögerung springt die Healthcare-Branche im großen Stil auf den Zug auf und bemüht sich, unterschiedliche Geräte zu verknüpfen – inklusive kleiner Sender in Medikamenten, die man schluckt.


 

2018 wird ein weiteres Jahr der Technik


Zusammengefasst: 2018 wird ein Jahr, in dem wir den Fortschritt der Technologie vielleicht noch mehr zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs zu spüren bekommen werden, als in den letzten Jahren. An einigen Stellen muss dabei jeder Entscheidungen treffen und sich weiter und noch mehr mit Themen wie Datenschutz und Privatsphäre auseinandersetzen.


Auf der anderen Seite können wir aber auch immer neue Bequemlichkeiten und Möglichkeiten erwarten. Augmented Reality bietet die Grundlage für eine Wissensexplosion im Alltag, wenn alle Daten nicht nur verfügbar, sondern sinnvoll eingebettet sein können. Verknüpfte Geräte können Unfälle verhindern und vollkontrollierte Medizin Lebensqualität und -dauer verbessern.


Mit anderen Worten gilt auch für 2018 wie immer: Alles bleibt anders und vor allem interessant.