DER VGA-ANSCHLUSS: NACH 35 JAHREN NOCH NICHT AUSGESTORBEN

Eigentlich haben HDMI und DisplayPort (und zuvor schon DVI) die VGA-Schnittstelle längst abgelöst. Dennoch werden nach wie vor VGA-Kabel produziert. Der Verbindungsstandard ist selbst nach mehr als drei Jahrzehnten nicht von der Bildfläche verschwunden.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der Computermonitore nicht dünner als so ein 1000-Seiten-Roman waren und richtig viel Platz auf dem Schreibtisch einnahmen? Falls ja, dann haben Sie sicherlich schon das eine oder andere VGA-Kabel in der Hand gehabt. Lange Zeit war VGA Standard, wenn es darum ging, PCs mit Monitoren zu verbinden. Verantwortlich dafür war kein geringeres Unternehmen als IBM.

Der US-Konzern aus Armonk, New York führte 1987 VGA (Video Graphics Array) als Computergrafikstandard ein. Zu dessen Merkmalen zählte unter anderem eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln, die im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls VGA genannt wird. Gleichzeitig brachte IBM den dazugehörigen VGA-Anschluss auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine analoge Schnittstelle, deren Stecker eine Mini-D-Sub-Bauform mit 15 Pins aufweisen. Da sich nicht nur an alten Grafikkarten, sondern auch vielen Monitoren aus der VGA-Zeit Anschlussbuchsen finden, haben die Kabel für gewöhnlich auf beiden Seiten zwei identische Stecker (siehe unsere eigenen VGA-Verbinder).

Die Zeit der analogen Signale ist vorbei

Früher, als analoge Röhrenmonitore gang und gäbe waren, führte kein Weg an VGA-Kabeln vorbei. Mit der Einführung digitaler Flachbildschirme hat sich das geändert. Zwar blieb es noch einige Zeit dabei, dass Geräte VGA-Anschlüsse hatten, doch weil das analoge Signal erst in ein digitales umgewandelt werden musste, war es ratsamer, nach Möglichkeit die Hardware-Komponenten per DVI-D-Kabel miteinander zu verbinden. In Sachen Auflösung hingegen konnte der VGA-Standard lange mithalten, unterstützt so ein Kabel doch maximal 2560 x 1600 (WQXGA) und damit den heute noch viel genutzten Full-HD-Standard von 1920 x 1080.

Der VGA-Anschluss wurde über viele Jahre von den großen Herstellern der PC-Hardware-Branche unterstützt. Erst 2010 gaben Intel und AMD bekannt, den Support zu beenden – das aber erst fünf Jahre später. Seit 2015 erst bringen die beiden Konzerne keine Produkte mit VGA-Schnittstelle mehr auf den Markt.

Moderne Computer sowie Bildschirme haben dementsprechend keine VGA-Anschlüsse mehr. Benötigt werden die passenden Kabel in der heutigen Zeit aber trotzdem noch. Vielerorts sind schließlich noch Monitore oder Beamer im Einsatz, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, aber gerade als Teil reiner Office-Setups immer noch gute Dienste leisten. Ausgestorben ist die VGA-Schnittstelle also noch nicht.

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