WIE SATA ZUM STANDARD WURDE

03.01.2023

Vor über zwei Jahrzehnten begann nicht nur ein neues Jahrtausend, sondern auch die Geschichte von SATA: der Schnittstelle für den Datenaustausch, ohne die bis heute kein PC auskommt.

Festplatten, SSDs und optische Laufwerke haben allesamt SATA-Anschlüsse. Serial ATA (Serial AT Attachment), oder eben SATA, ist der Standard schlechthin, wenn es darum geht, innerhalb eines Computers Daten zwischen Laufwerken und Platine zu übertragen. Das war nicht immer so. Bevor SATA Anfang der 2000er eingeführt wurde, nutzte man ATA, besser bekannt als IDE, dessen erste Version 1989 auf den Markt kam und von Western Digital entwickelt wurde. Der wesentliche Unterschied: Während SATA Daten seriell überträgt (also nur auf einer Leitung), findet die Datenübertragung bei ATA parallel auf mehreren Leitungen statt. Deswegen sind ATA-Kabel viel breiter als SATA-Kabel.

2000 wurde SATA angekündigt und drei Jahre später erschien die erste Spezifikation, die häufig SATA I genannt wird, was jedoch keine offizielle Bezeichnung ist. Die Kabel waren nicht nur deutlich platzsparender als die ATA-Ausführungen, sondern boten auch eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit. Die damals jüngste ATA-Version übertrug maximal 133 Megabyte pro Sekunde, SATA I schaffte 150 Megabyte (offiziell 1,5 Gigabit pro Sekunde, netto 1,2 Gigabit). Mit der Einführung von SATA wurde ATA in PATA (Parallel ATA) umbenannt, um die beiden Standards deutlicher voneinander abzugrenzen.

Doppelte Geschwindigkeit mit jeder neuen Generation

Die SATA-Schnittstelle hat sich in den vergangenen fast 20 Jahren weiterentwickelt. 2005 erschien SATA II, das doppelt so schnell Daten übertrug wie die Vorgängerversion. 2009 ging die dritte Version an den Start, die bis heute Standard ist. Erneut hat sich die Datentransfergeschwindigkeit verdoppelt: Offiziell überträgt SATA III (auch bekannt als SATA 6G oder SATA-600) mit 6 Gigabit pro Sekunde. Netto sind es 4,8 Gigabit, was umgerechnet 600 Megabyte entspricht.

Für normale Festplatten ist das eigentlich überdimensioniert, da diese die Geschwindigkeit gar nicht voll ausnutzen können. Hier würde heute noch SATA I ausreichen. Ganz anders verhält es sich bei SSDs. Die schnellen Flash-Speicher fanden sich 2009 nur selten in Rechnern, heute sind sie dagegen weit verbreitet. Dadurch hat SATA III noch einmal mehr an Relevanz gewonnen.

Wie der Versuch, SATA III abzulösen, scheiterte

Nun mag sich der eine oder andere wundern, warum SATA mit 6 Gigabit pro Sekunde nach bald 14 Jahren noch nicht von einer schnelleren Variante ersetzt wurde. Es ist nicht so, als hätte es keinen Versuch gegeben. 2013 erschien SATA 3.2 mit der neuen SATA-Express-Schnittstelle. Sie erhielt ihren Namen durch die Integration von PCI Express, das eine schnellere Datenübertragung ermöglicht: 7,88 Gigabit pro Sekunde im Fall von PCI Express 3.x und 15,76 Gigabit mit PCIe 4.0 (beides Nettowerte).

Das klingt eigentlich ziemlich gut, doch SATA Express konnte sich nie durchsetzen. Das lag daran, dass die Technik auf zwei PCIe-Lanes limitiert war. Bereits bei der Einführung der Schnittstelle war das für viele Laufwerke nicht ausreichend, um ihre volle Leistung abrufen zu können. Außerdem war der M.2-Standard im Kommen, der zunächst nur für mobile Geräte gedacht war, sich dann aber auch für Desktop-PCs etablierte. SATA-Express-Laufwerke fanden daher nie den Weg in den freien Handel und schon 2014 fing Intel damit an, auf die Unterstützung der Schnittstelle bei seinen eigenen Chipsätzen zu verzichten und M.2 den Vorzug zu geben.

Weitere SATA-Abwandlungen

Neben den normalen SATA-Anschlüssen und -Kabeln sind einige weitere Typen erschienen. Da wäre zum Beispiel mini-SATA oder mSATA, was im Bereich der Notebooks Verwendung gefunden hat, mittlerweile aber von M.2 abgelöst wurde. Gleiches gilt für micro-SATA, das in Konkurrenz zu mini-SATA trat und für 1,8-Zoll-Festplatten sowie -SSDs gedacht war.

Zu guter Letzt sei eSATA (External Serial ATA) erwähnt. Wie der Name schon andeutet, geht es hierbei um Anschlüsse und Kabel, die sich nicht im PC, sondern außerhalb davon befinden, zum Beispiel an externen Festplatten. Heutzutage dürfte es allerdings schwierig sein, eine Festplatte mit eSATA-Buchse zu finden, da sich USB als Standardschnittstelle durchgesetzt hat. Seit der Einführung von USB 3.0 ist eSATA keine ernstzunehmende Alternative mehr, da Ersteres nicht nur schneller arbeitet, sondern auch den Vorteil hat, dass externe Geräte darüber mit Strom versorgt werden können. eSATA-Ports sind dazu nicht in der Lage.