1.4, 2.0, 2.1? HDMI-VERSIONEN IM ÜBERBLICK

11.01.2022

HDMI ist nicht gleich HDMI: Die universelle Multimedia-Schnittstelle, über die viele Monitore und praktisch alle Fernseher ihre Bild- und Tonsignale erhalten, gibt es in mehreren Versionen. Doch worin bestehen die Unterschiede? Wir klären auf.

Seit Anfang 2021 liefert KabelDirekt eines der ersten zertifizierten HDMI-Kabel der „Ultra High Speed“-Klasse aus. Definiert wird diese Klasse in der HDMI-Standard-Version 2.1, welche auf die älteren Versionen 2.0 und 1.4 folgt. Dennoch ist nicht jedes HDMI-2.1-konforme Kabel gleich, denn diese Versionsnummer allein sagt noch nichts darüber aus, wozu ein Kabel oder Gerät fähig ist. Ja, es ist kompliziert.

Eine kurze Geschichte von HDMI

Das „High Definition Multimedia Interface“ wurde im Jahre 2002 durch ein internationales Industrie-Konsortium entwickelt. Es sollte die große Zahl älterer Video- und Audio-Verbindungen wie DVI, Component Video oder SCART durch einen einheitlichen Anschluss ersetzen – digital, vielseitig und für hohe Auflösungen geeignet. Version 1.0 erlaubte die Full-HD-Auflösung 1920×1080 und definierte nur eine einzige Steckerform, den heute noch üblichen „Typ A“. Das aber reichte bald nicht mehr aus.

Spätere Versionen der HDMI-Spezifikation ergänzten neue Funktionen und Stecker, so kam mit Version 1.3 der Mini-HDMI-Verbinder für kompaktere Geräte hinzu. Zugleich stieg die maximale Datenrate, sodass Auflösungen bis 2560×1440 möglich waren. Version 1.4 fügte unter anderem die Unterstützung von 3D-Bildsignalen oder den optionalen Ethernet-Kanal für Netzwerkdaten hinzu. Die neueste Version 2.1 schließlich erlaubte extrem hohe Auflösungen bis hin zu 8K (7680×4320); mehr über diesen Standard und seine vielen Funktionen erfahren Sie hier.

Und doch sagt die Versionsnummer des HDMI-Standards nicht allzu viel aus.

Ein Standard – viele Möglichkeiten

Die meisten der Funktionen und Auflösungen, um die der HDMI-Standard im Laufe der Jahre ergänzt wurde, sind optional: Jede HDMI-Version ist nur ein Angebot, eine Ansammlung möglicher Funktionen, aus der sich jeder Hersteller jene herauspickt, die er für sein Gerät braucht.

Denn nicht jeder Blu-ray-Player, der einen HDMI-1.4-Ausgang verwendet, hat auch Bedarf an der theoretisch möglichen Ethernet-Funktionalität. Nicht jeder HDMI-2.0-konforme Fernseher unterstützt 3D-Signale. Und ein Monitor ohne integrierten Lautsprecher hat natürlich keinen Bedarf an den umfangreichen Surround-Sound-Funktionen, die der HDMI-Standard möglich machen würde.
Achten Sie daher stets darauf, welche Funktionen genau gemeint sind, wenn ein Hersteller mit der „HDMI 2.1“-Kompatibilität seiner Geräte wirbt.

Von „Standard“ bis „Ultra“: ein Kabel für jeden Zweck

Welche der vielen HDMI-Funktionen – von mehrkanaligen Tonsignalen bis zum 8K-Bild – ein HDMI-Kabel unterstützt, hängt vor allem von dessen Bandbreite ab, also seiner maximalen Datenübertragungsrate. Diese wiederum ist nicht allein an einer Versionsnummer zu erkennen, sondern an einer separaten Kabel-Klassifizierung: Seit HDMI 1.3 wird unterschieden zwischen „Standard“- und „High Speed“-Kabeln, mit Version 2.1 kamen „Ultra High Speed“-Kabel hinzu.

Standard-Kabel reichen nur für niedrige 720p-Auflösungen aus, sie sind mittlerweile obsolet – alle KabelDirekt-HDMI-Kabel entsprechen mindestens der überlegenen High-Speed-Klasse, die schnell genug ist für 4K-Bilder. Die neuen Ultra-Kabel erlauben auch extrem hohe 8K-Auflösungen und die vielen anderen mit HDMI 2.1 eingeführten Funktionen, von ALLM bis VRR. Und doch ist die Angabe „HDMI-2.1-Kabel“ nicht eindeutig.

Denn auch dieser neueste HDMI-Standard umfasst noch die älteren High-Speed- und sogar Standard-Klassen, schließlich sind zumindest Erstere für viele Fernseher, Monitore und Beamer noch völlig ausreichend dimensioniert. Nicht jedes „HDMI 2.1“-Kabel ist also zwangsläufig 8K-tauglich. Achten Sie daher auf die Angabe „Ultra High Speed“. Sie dürfen nur jene Kabel tragen, die durch das HDMI-Konsortium zertifiziert wurden und somit garantiert den höchsten Ansprüchen genügen.


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